Montag, 14. März 2016

Apfelwein


Am Samstag habe ich mit meinem Onkel zusammen einen Testansatz Apfelwein angesetzt. Sozusagen zur Übung für die (hoffentlich) große Apfelernte im Herbst. Natürlich habe ich währendessen keine Fotos gemacht (klebrige Hände sei Dank), aber erzählen was wir so gemacht haben, kann ich ja trotzdem.

Schritt 1 bestand bei uns dadrin, dass ich einen Liter Apfelsaft gewogen habe. Warum? Um etwa den  Oechsle-Grad abschätzen zu können. Dieser ist definiert als das Gewicht, um welches 1 Liter Most (in diesem Fall mein Apfelsaft) schwerer ist als 1 Liter Wasser. Unserer lag bei etwa 1040 g, also 40°Oe. Das entspricht ungefähr 8 g Zucker pro 100 mL und kam somit etwa mit den Angaben der Verpackung (10 g / 100 mL) überein.
In meinem Unipraktikum haben wir den Apfelmost auf 110°Oe eingestellt gehabt, das ist so ein Erfahrungswert aus dem Praktikum. Der Wein schmeckt in dem Fall dann schon nach 4 Wochen. Bei weniger Zuckergehalt muss er wohl länger lagern um geschmacklich nachzureifen. Da ich , abgesehen von dem einmaligen Apfelwein keltern in der Uni, keine Erfahrungen habe, fangen wir erstmal mit dem bewährten Ablauf an und testen dann ein bisschen rum, bevor es im Herbst dann an die richtigen Äpfel geht. Mein Onkel baut bis zum Herbst auch noch eine (hydraulische) Presse, ich bin mal gespannt.
Da wir uns - wie gesagt - erstmal an das Protokoll aus meinem Unipraktium halten, kam zu unseren 8 Litern Apfelsaft noch ein Kilogramm Zucker dazu. (Laut Anatzempfehlung aus dem Beipackzettel der Hefe braucht es aber normalerweise keine Zuckerzusätze.) Zum schnelleren Lösen des Zuckers habe ich dann einen kleinen Teil des Saftes im Kochtopf erwärmt. Zusätzlich zum Apfelsaft und Zucker kamen noch drei Tabletten Hefenährsalz, ein Fläschen Steinberghefe und 1 Gramm Kaliumdisulfid (also Schwefel) hinzu. Normalerweise kommt der Schwefel erst am Ende des Gärprozesses in den Wein, um mikrobielle Veränderungen und Farbveränderungen am Wein zu unterbinden. Da wir aber auch im Praktikum schon zu Beginn geschwefelt haben, habe ich das auch mal so übernommen.
Tja, alles im Ballon schaut dann so aus ( nicht sehr aufregend):



Nun heißt es abwarten, voraussichtlich so 2-3 Wochen. Da der Ansatz 100 km entfernt steht, kann ich leider nicht selber zwischendurch draufschauen, aber ich werde wohl zwischendurch mit schriftlichen oder bildlichen Updates versorgt.
Achja, auf eine Waage haben wir das ganze auch noch gestellt und uns das Startgewicht notiert. Im Laufe des Gärprozesses wird nämlich neben Alkohol auch im gleichen Maße Kohlenstoffdioxid gebildet, welcher aus dem Gärballon entweicht und somit zu einer Gewichtsabnahme führt. Aus dieser Abnahme kann man dann den Alkoholgehalt berechnen. (Dazu dann zu gegebener Zeit mehr.)

1 Kommentar:

  1. Ein spannendes Experiment, ich drücke die Daumen das er schmeckt!

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