Freitag, 3. März 2017

Sommernachtstraum und Bananen - zwei neue Weinansätze

Nachdem ich nun mein Bachelorstudium abgeschlossen habe, kann ich mich erstmal den schönen Dingen des Lebens widmen wie zum Beispiel der Alkoholherstellung. Da dieses Jahr auch ein runder Geburtstag ansteht, habe ich beschlossen für die Feier zwei Weine anzusetzen. Ausgewählt habe ich einen roten Beerenwein sowie einen eher exotischen Bananenwein. Auf letzteren bin ich sehr gespannt, da kann ich mir noch so gar nicht vorstellen wie das am Ende schmecken mag. Die Rezepte für diese beiden Weine habe ich dem Fruchtweinkeller entnommen. Es handelt sich hierbei um den Sommernachtstraum und den Bananenwein.

Sommernachtstraum
Zunächst möchte ich ein paar Worte zum Sommernachtstraum verlieren. :-) Wie im oben verlinkten Rezept beschrieben habe ich Tiefkühlfrüchte für den Ansatz verwendet. Um diese Jahreszeit ist es schließlich eher schwer an frisches und bezahlbares Obst in diesen Quantitäten zu gelangen. ;-) 
Meine Mischung sah wie folgt aus:
  • 3x 750 g Beeren-Mix mit Sauerkirschen (enthält schwarze und rote Johannisbeeren, Sauerkirschen, Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren)
  • je 250 g Himbeeren und Heidelbeeren
Das ganze wurde dann im Gäreimer aufgetaut, mit Wasser auf 5 L aufgefüllt und püriert. Hefe und sonstige Zusätze hinzu und warten. Optisch eine nette rote Fruchtsoße:
Eine Woche später habe ich dann die Maische durch einen Beutel aus einem alten Bettbezug abgepresst und in den Gärballon umgefüllt. Neuer Zucker wurde ebenfalls ergänzt. Liebevoll bezeichnet als "ein Ballon voll Blut":

Beim Umfüllen habe ich auch direkt noch eine Probe entnommen. Geschmack: erwartungsgemäß sauer, Alkoholgehalt: ca. 12 % und Säuregehalt etwa 11 g/L. Da das zu viel Säure ist musste ich den Ansatz nochmal verdünnen, um den Gehalt auf etwa 7,5- 8 g/L abzusenken. Um den Weinansatz nicht zu sehr zu verwässern, habe ich Honigwasser dazu verwendet. Das Gesamtvolumen liegt nun bei ungefähr 7 L Wein und passte somit nicht mehr in den 5 L Ballon. Somit habe ich nun zwei Ballons mit rotem Wein, die vor sich hin gären. Nächster Arbeitsschritt ist hier die erneute Messung des Alkohols, sobald die Gäraktivität nachgelassen hat und nachzuckern, sofern erforderlich.

Bananenwein
Beim Kauf von 2,5 kg Bananen kam ich mit sehr seltsam vor, das ist schon eine riesige Menge. Die wurden dann solange liegen gelassen bis sie braun wurden. 



Dann wie im Rezept beschrieben zermatscht und zusammen mit Rosinen, Zitronensaft, Zucker, Hefe und weiteren Zusätzen in den Eimer gefüllt. Extremst unappetitlich sah das in den ersten Tagen aus. Ich hatte schon befürchtet, dass es scheitert, denn diese unschöne braune Färbung, die man dort am Boden sieht, nahm fast der ganze Ansatz an...
 

Überraschenderweise sah der Ansatz nach einigen Tagen dann doch so aus:


Immer noch nicht sehr appetitlich, aber deutlich besser als dunkelbraun. Nach Abpressen der Maische und umfüllen in den Gärballon sieht es aus wie naturtrüber Apfelsaft. Damit kann ich sehr gut leben.

Auch hier ist der nächste Arbeitsschritt Bestimmung des Alkoholgehalts und Nachzuckern. Außerdem muss ich noch den Säuregehalt messen und einstellen.
Hier habe ich noch ein Video, das zeigt wie schön kräftig der Bananenwein gärt (also Kohlenstoffdioxid produziert während der Zucker in Alkohol umgewandelt wird):

Ich lasse die Gärballons immer in der Badewanne stehen, weil sie da nicht im Weg sind (wir nutzen die Wanne kaum) und falls es doch mal überschäumen sollte auch einfach zu reinigen ist.

Die Drei in der Badewanne

Jetzt heißt es erstmal warten, messen und nachzuckern bis kein neuer Alkohol mehr gebildet wird und der Restsüßegehalt im Wein konstant bleibt.


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